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Als Stadtkind bin ich generell eine Vertreterin der Theorie, dass in der Stadt wohnen die coolste Art zu Leben ist. Und das Leben am Stadtrand, jedoch nur zehn Minuten vom Zentrum entfernt, hat auch einen riesigen Vorteil, nämlich die Tatsachen, dass auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen und gleichzeitig mobil sein, sich nicht widersprechen.
Allerdings gibt es auch einige Zeiten im Jahr, an denen ich den Viertelstundentakt des Busses und die Bushaltestelle direkt vor der Haustür gerne gegen das Leben in irgendeinem Kaff irgendwo am Ende der Welt eintauschen möchten, nämlich
1. wenn die öffentlichen Verkehrsmittel streiken
oder
2. wenn es stürmt und schneit.
Und heute Morgen ereignete sich dann tatsächlich etwas noch nie Dagewesenes in meiner bisherigen gymnasialen Laufbahn:
Ich stand pünktlich um halb 8 vor der Haustür und wartete auf den Bus, um die 8-minütige (bei morgendlichem Verkehr meistens jedoch 15-minütige) Reise in die Stadt anzutreten, welche dann aber aufgrund der spiegelglatten Fahrbahn eine geschlagene halbe Stunde dauerte. Hinzu kommt auch noch, dass der Bus stolze 10 Minuten (was, wenn man bedenkt, dass er alle 15 Minuten fährt, doch beachtlich ist) Verspätung hatte, also war ich erst gegen 10 nach Acht in der Schule.
Und endlich erlebte ich den Augenblick, auf den ich schon seit über sieben Jahren und genau so vielen Wintern wartete: Ich betrat zu spät den Saal, in dem mein Mathekurs schon saß, und sagte: “Entschuldigen Sie die Verspätung, aber mein Bus hatte ein paar Probleme!”
Da habt ihr es, alle die irgendwo am Ende der Welt wohnen, als Stadtkind kann man das auch!
So, das neue Jahr ist jetzt auch schon wieder stolze drei Tage alt und zum Schlafen bin ich 2010 noch nicht all zu viel gekommen. Das könnte vielleicht an den zahlreichen – aber äußerst wichtigen! – abendlichen Unternehmungen liegen.
Ihren Beginn findet die Schlaflosigkeit im Jahreswechsel. Dieser musste natürlich stilecht gefeiert werden und zwar mit allem, was dazu gehört: Cocktails, Bleigießen, sehr sinnvollen Gesprächen, gutem Essen, rumblödeln, ein wenig durch die Gegend tanzen, knallern, einem sehr netten und amüsanten Spiel, das sich Circle nennt und natürlich mit wenig Schlaf. Und als wir am Nachmittag frühen Morgen auf der Couch saßen und frühstückten (Mohrenkopfcreme mit Himbeeren, eigentlich für den vergangenen Abend gedacht), kam uns die Idee, dass man das neue Jahr am besten mit einem abendlichen Besuch in der Stadt einleiten könnte.
Gesagt, getan. Den Abend gingen wir dann aber ein wenig gemütlicher an, die vergangene Nacht steckte doch ein wenig in den Knochen (von 10 Leuten hatten es gerade einmal 5 geschafft zu kommen, der Rest befand sich zu dem Zeitpunkt schon in einem koma-ähnlichen Schlafzustand). Trotzdem wurde es eine sehr hübsche, kleine Tour durch die Altstadt, die echt viel Spaß machte und die es definitiv wert wäre, wiederholt zu werden!
Und gestern waren wir dann bei Andreas, seinen Geburtstag feiern. Und wir waren schon so früh daheim, dass wir unmöglich ins Bett gehen konnten, vorallem in den Ferien geht sowas doch nicht! Nach einigen Folgen Dr. House war es dann auch schon wieder so spät, dass der Morgen in greifbarer Ferne war.
So, und jetzt fall ich ins Bett. Ewig kann der Beginn eines neuen Jahres auch nicht gefeiert werden!

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